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Sonntag, Oktober 23rd, 2011 | 

Anacamptis morio
Oops, das ist eine sehr besondere Anacamptis morio, die Norbert Griebl in der Nähe von Sittendorf, südwestlich von Wien, entdeckt hat. Neben der Abwesenheit von Anthocyaninen (die bei dieser Art recht häufig vorkommt) ist die Lippe wie die Sepalen geformt, mit grünen Adern. Somit ist hier nicht nur die Farbe der Blüte verändert, sondern auch deren morphologische Struktur.

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Freitag, April 23rd, 2010 | 


Vor einem Jahr haben auf einer Wiese im Rheingau, westlich von Wiesbaden, schätzungsweise 800 Anacamptis morio geblüht, darunter fünf mit weißen Blüten. Dieses Jahr blühen nur etwa zehn Pflanzen, ein Rückgang um 99 Prozent. Und es gibt keine einzige Anacamptis morio f. albifora mehr auf der Wiese. Nach einer kleinen Wanderung in den angrenzenden Wäldern traf ich einen Jäger, der mit der Säge entwurzelte Bäume wegräumte. Er meinte, dass wahrscheinlich Wildschweine dafür verantwortlich sind, dass die Orchideen in diesem Ausmaß dezimiert wurden. Der lange Winter hat wohl seinen Teil dazu beigetragen, dass die Wildschweine auf die Suche nach Orchideenwurzeln gegangen sind. Auf der angrenzenden Wiese habe ich etwa 20 Orchis mascula gefunden, gerade in der beginnenden Blüte.

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Montag, April 27th, 2009 | 

Das neue Orchideenjahr hat begonnen, und die weiß blühende Orchis militaris in meiner Nachbarschaft zeigt bereits ihre Knospen. Möglicherweise gibt es in diesem Jahr mehrere “albiflora”-Exemplare an diesem Standort. Die Pflanzen wirken gesund und kräftig. Der lange Winter war kein Problem für sie, und im März/April gab es genug Feuchtigkeit.

 

Danach war ich noch im Rheingau auf einer Wiese mit Anacamptis morio. Ich schätze, dass es in diesem Jahr dort etwa 800 Pflanzen gibt, 5 von ihnen blühen weiß. Das wäre an diesem Standort ein Verhältnis von 6 Anacamptis morio “albiflora” auf 1000 Pflanzen und somit etwas höher als meine allgemeine Schätzung von 3 bis 5/1000. Dies bestätigt, dass Anacamptis morio in besonderem Maße dazu neigt, weiße Blüten zu entwickeln. Die meisten Anacamptis morio auf der Wiese sind in voller Blüte. Auffallend ist aber bei den weiß blühenden Pflanzen, dass hier die Blüte schon weiter fortgeschritten ist. Einige Blüten sind bereits beschädigt, insbesondere am Sporn (Foto). Zuletzt war ich vor zwei Jahren an diesem Standort bei Johannisberg, am 6. Mai, wo mir dies nicht aufgefallen war. Allerdings hatte ich damals auf der unteren Wiese auch noch Orchis mascula gesehen, die ich heute vergeblich suche.

Zuletzt besuche ich noch einen Standort im Wispertal, wo es früher mehrere weiß blühende Orchis mascula gegeben haben soll. In dem Eichenmischwald finde ich etwa 25 mascula in der Standardfarbe, aber keine weiß blühende Form.

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Montag, Juli 07th, 2008 | 

Der Naturfotograf David Greyo hat im südfranzösischen Departement Aveyron eine Anacamptis morio dokumentiert, die neben Blüten in der Standardfärbung eine einzelne Albiflora-Blüte aufweist. Das ist selbst mit Blick auf die besondere Variationsneigung von morio eine verblüffende Entdeckung und wirft die Frage auf, ob einzelne Blüten einer Pflanze ihren eigenen genetischen Bauplan haben.
Anacamptis morio - Photo: David Greyo
Photo: David Greyo

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Donnerstag, Februar 21st, 2008 | 

Sind Albiflora-Formen anfälliger für Krankheiten als Standardformen einer Art? Eine weiß blühende Orchis militaris habe ich jetzt über zwei Jahre beobachtet – im ersten Jahr stand sie in voller Blüte, im zweiten Jahr wirkte der Blütenstand verkümmert. Allerdings könnte das auch auf die Trockenheit im April des vergangenen Jahres zurückzuführen sein.

Bei der Aufsaat von Orchideensamen hat Berthold Gross, wie er mir schreibt, die Beobachtung gemacht, dass Albiflora-Formen von Anacamptis morio und Orchis mascula, evtl. auch von Anacamptis pyramidalis infektionsanfälliger sind.

Interessant wäre die weitere Klärung für die Frage, ob die Albiflora-Formen nun als genetischer “Defekt” mit negativen Folgen für die Entwicklung der Pflanze oder eher als ein “Ausprobieren” der Evolution zu betrachten sind. Die vorliegende Literatur gibt darauf bislang keine eindeutige Antwort.

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