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Freitag, Juni 03rd, 2011 | 

Orchis simia
In der Orchideen-Flora der Krim fallen besonders Arten wie Comperia comperiana, Steveniella satyrioides oder Orchis punctulata auf. Albiflora-Formen sind in dieser Region der Ukraine eher selten. Vladimir Isikov vom Botanischen Garten Nikita sagte mir, dass er nur drei Arten mit weiß blühenden Formen gesehen habe: Orchis simia, Neotinea tridentata und Anacamptis morio ssp. caucasica (die er als Orchis picta bezeichnet). Offenkundig gibt es auf der Krim keine Orchideenarten, die sich in eine Richtung entwickeln, welche die Herausbildung von weiß blühenden Formen begünstigt.

Aber in der Nähe von тылобое (Tylovoye) fanden wir an einem Waldrand eine Gruppe von 26 Orchis simia unter einer Pinie, unter ihnen auch 5 Albiflora-Pflanzen. In diesem kleinen Bestand gab es offenbar eine Vermehrung der weiß blühenden Pflanzen.

Neotinea tridentata hat eine relativ hohe Variabilität, wie es auch von H. Kretzschmar, W. Eccarius und H. Dietrich in ihrem Buch „Die Orchideengattungen Anacamptis, Orchis, Neotinea“ (Bürgel 2007, S. 206/207) erwähnt wird. Auf der Krim ist die vorherrschende Blütenfarbe ein helles Violett. Ich habe drei Pflanzen mit weißen Blüten gesehen. Der Anteil von Albiflora-Pflanzen lässt sich damit grob auf 2 pro 1000 Neotinea tridentata schätzen.
Neotinea tridentata

Unter den Anacamptis morio, Orchis mascula, Orchis purpurea oder Anacamptis pyramidalis, die wir auf unserer zehntägigen Reise gesehen haben, waren keine weiß blühenden Pflanzen. Aber in einem Wald bei гончарное (Goncharnoye) gab es eine Albino-Form von Epipactis helleborine.
Epipactis helleborine

Jenseits der Orchideen-Flora fielen mir weiß blühende Pflanzen bei Polygala major, der endemischen Onosma taurica und bei Papaver spec. auf. Interessant war auch ein Polygonatum odoratum mit halbweißen Blättern.
Polygonatum odoratum

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Sonntag, Juni 28th, 2009 | 

Nach dem Hinweis eines Orchideen-Freundes fahren wir heute in die Hessische Rhön. Nordöstlich von Fulda, in der Nähe von Huenfeld, führt ein Weg durch ein langgestrecktes Waldstück. Am Hang blühen zahllose Cephalanthera rubra. Und direkt am Weg wachsen auch drei Pflanzen mit weißen Blüten. Die eine hat noch einen leicht violetten Ton, die zweite ist ganz weiß, aber bereits leicht abblühend, und die dritte hat nur eine, relativ geschlossene Blüte.

Im Hang blühen mehr als hundert Cephalanthera rubra, Gymnadenia conopsea und Epipactis atrorubens. Eine Gymnadenia conopsea ist fast weiß, mit einem letzten Hauch von rosa-violett in den Blüten.

Etwas südlich von Fulda und westlich von Bad Brückenau folgen wir einem weiteren Hinweis und gelangen auf eine Bergkuppe mit einer eindrucksvollen Magerwiesen-Vegetation. Im unteren Abschnitt blühen auch hier zahlreiche Gymnadenia conopsea. Weiter oben, einige Meter unterhalb vom Wald, stehen die kräftigen Stängel von Epipactis atrorubens – und dazwischen einige Pflanzen, die nicht rotbraun, sondern gelbgrün blühen! Bereits weitgehend verblüht sind Ophrys insectifera. Diesen wunderschönen Hang laufe ich noch etwas weiter und sehe von weitem eine weiß blühende Pflanze: Gymnadenia conopsea var. albiflora! Eine kräftige Pflanze mit mehr als 30 Blüten, die obersten noch als Knospen. Auf dem Hang sind in der Abendsonne viele Schmetterlinge und Wildbienen unterwegs, die weiß blühende Gymnadenia bietet sich und ihren mit Nektar gefüllten Sporn als Alternative an.

httpvp://www.youtube.com/watch?v=Ne_jHg2FQ3s

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