Himantaglossum hircinum

Himantoglossum hircinum
Photo: Holger Disse, 09/05/2007, bei Jena/Thüringen

Bocksriemenzunge

Diese Pflanze ist nach dem intensiven Geruch der Blüten benannt, der als ziegenähnlich beschrieben wurde (lateinisch “hircus” ist der Ziegenbock). Die kräftige Pflanze wird 20 bis 90 cm groß. Die vier bis sechs kräftigen Blätter sind ungefleckt und bilden am Boden eine Rosette. Der zylindrische Blütenstand besteht aus 20 bis 80 Blüten mit jeweils einem langen Tragblatt. Der Sporn ist nach unten gerichtet. Petalen und Sepalen bilden einen Helm über der extrem langen, dreiteiligen Lippe, die wie ein Korkenzieher gedreht ist.

Einordnung (Taxonomie)

Linné beschrieb die Art 1753 als Satyrium hircinum – Satyrium ist heute noch der Name einer Orchideengattung in Südafrika. Seinen jetzigen Namen erhielt sie von Kurt Polykarp Joachim Sprengel (1766-1833), dem Direktor des Botanischen Gartens Halle, derr sie 1826 in seinem Werk Systema vegetabilium beschrieb.

Weiß blühende Form

Die Blüten sind üblicherweise gelblich-grün mit dunkelroten Streifen in den Petalen und Sepalen sowie dunkelvioletten Punkten auf der Lippe. Die seltene Albiflora-Form ist nur grün und weiß ohne jede rote oder violette Farbe.

Biotope, Blütezeit und Verbreitung

Himantoglossum hircinum wächst auf Trocken- und Magerrasen bis in einer Höhe von 1800 Metern. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juli. Die wärmeliebende Art ist im Mittelmeerraum und in Süddeutschland anzutreffen.